Sonntag, 21. März 2010

SCRUM: unterpriorisieren von unverstandenen Anforderungen im Product Backlog birgt Risiko

In agilen Software-Entwicklungsmethoden, wie SCRUM oder XP, wird häufig empfohlen, das zuerst zu tun, bei dem genau klar ist, was zu tun ist.
Das klingt zunächst gut, da dann sichergestellt ist, dass alle Ihre Aufgabe genau kennen und die Umsetzbarkeit und Umsetzungsaufwand abschätzen können.

Konsequenz dieses Vorgehens ist jedoch, dass die vage und unpräzise formulierten Anforderungen bzw. die Anforderungen, bei denen das genaue Ziel noch unklar ist, unterpriorisiert werden.
Einerseits mag in den Anforderungen, bei denen selbst der Anforderer nicht genau weiss, was er will, kein großes Gewicht liegen. Wenn der Anforderer nicht genau weiss, was er will, lässt er sich ggf. auch schneller davon überzeugen, dass er die Umsetzung dieser schwammig formulierten Anforderung vielleicht gar nicht braucht.
So wird für dieses Vorgehen gerne damit geworben, dass über eine solche Priorisierung die Anforderungen mit dem höchsten Nutzen zuerst implementiert werden. Am Ende eines Projektes bleiben dann nur noch Anforderungen mit hohem Aufwand aber vergleichsweise niedrigem Nutzen zurück, die notfalls auch komplett fallengelassen werden können.

Dieser Sichtweise steht aber die Behandlung besonders komplexer Anforderungen gegenüber. Dies sind diejenigen, die zu Beginn eines Projektes niemand so genau beschreiben kann. Bei diesen Anforderungen wäre zunächst weitere Planungszeit nötig, um sie präziser zu formulieren und in kleinere Teilanforderungen zu zerschneiden.
Andererseits ist bei unverstandenen Anforderungen der Nutzen zunächst noch unklar. Zumindest besteht zunächst die Wahrnehmung, dass der Aufwand zur Lösung den (noch unbekannten) Nutzen deutlich übersteigt.
Wenn sich in einer dieser komplexen Anforderungen jedoch ein simple Lösung mit hohem Nutzen verbirgt, ist es es wert, die zusätzlich erforderliche Zeit einzuplanen, um die Anforderung besser zu verstehen. Einer solchen Anforderung (würde man sie denn trotz ihrer Komplexität erkennen) sollte Priorität eingeräumt werden.

Wir schlussfolgern daraus:
Werden nur die klar verstandenen Anforderungen hoch priorisiert, läuft man Gefahr, Zeit zu verlieren, die derzeit unverstandenen, komplexen Anforderungen mit (relativ zum Aufwand) hohem Nutzen zu identifieren und somit auch umzusetzen. Mit diesem Vorgehen kann man sogar relativ sicher sein, dass diese Anforderungen überhaupt nicht umgesetzt werden, da der Anforderungsanalyse dafür nie ausreichend Zeit eingeräumt wird.

In Kürze: Komplexe Anforderungen müssen keine unwirtschaftlichen Anforderungen sein.

Freitag, 5. März 2010

Synchronisation mit Android - eine Client-Übersicht

Ziel ist es, sein Android-Handy mit dem Server oder Desktop-PC / Laptop zu synchronisieren, ohne die Daten durch Google (Gmail etc.) schleusen zu müssen.

Man kann auf SyncML setzt. Dann ist Funambol eine gute Wahl.

Daneben gibt es aber mittlerweile noch eine ganze Reihe weiterer Sync-Dienste:


Sync über Austauschdateien auf SD-Karte. Test mit Demo-Version 1.4.6 erfolglos.
NameBeschreibungGegenseitePreis
FunambolKontakte via SyncMLbeliebiger SyncML-Server, z.B. Funambol-Android-Client muss selbst kompiliert werden
The Missing SyncKontakte und Dateien synchronisieren, in Zukunft: Kalender, Aufgaben, Notizen, SMSWindows, Mac$39,95 (1 PC), $69,95 (3 PCs)Pairing erfordert http-Verbindung zum MarkSpace-Server, funktioniert aber nicht via Wifi. Bluetooth geht erst ab Android 2.0 (Cyanogenmod wird als 1.6 deklariert) => Kein Sync
CompanionLink CL USB Sync-$39,95nur Kontakte, deutscher Android-Client nicht vollständig übersetzt. => kein Sync
Wave Labs MyLink AdvancedWindows£9,99
TouchDownE-Mail-Syncbeliebiger MS Exchange
ContactsSyncE-Mail-Syncbeliebiger MS Exchange 2007
vCardIOKontakte via VCARD-Im-/ExportVCARD-Filesderzeit nur VCARD 2.1, basiert auf altem Funambol-Code, funktioniert in seinen Grenzen aber sehr gut.
aFileSyncFile-Synchronisation via ftpbeliebiger FTP-Server-als Backup-Lösung brauchbar, kein Kontakte-Sync-Tool-Ersatz

Sonntag, 14. Februar 2010

Ich habe nichts zu verbergen (Teil III)

Wenn die Deutsche Steuergewerkschaft Recht hat, hinterziehen die Deutschen jedes Jahr 30 Milliarden Euro an Steuern.

Sind Sie sicher, dass von Ihnen kein einziger Euro dabei ist?
Haben Sie auch die Punkte prüfen lassen, bei denen Sie sich unsicher waren, bevor Sie Ihre Steuererklärung abgegeben haben?

Es müssen ja nicht gleich Schweizer Bankkonten sein. Aber wer für den Kauf der CD durch die Bundesregierung stimmt, der sollte die beiden oberen Fragen auch mit "JA" beantwortet haben.

Oder halten Sie das Bankgeheimnis eh für einen Schutz derjenigen, die zu viel haben? Dann ist sicher Blippy das Richtige für Sie!

Haben Sie immer noch nichts zu verbergen?

Freitag, 25. Dezember 2009

Funambol Android Client installieren

Wer sein Android statt mit Google mit einem SyncML-Server synchronisieren will, braucht einen Syncml-Client.
Funambol bietet zum eigenen Server gleich das passende Client-Projekt für Android.

Herausforderung hierbei ist, dass die Variante, die zum Download bereitsteht, hoffnungslos veraltet ist. Kernunterschied: Die offizielle Version unterstützt nur Synchronisation der Kontakte, die Entwicklerversion unterstützt auch Kalender, Photos, ....

Daher sind folgende Schritte notwendig:
  1. Eclipse installieren
  2. Android SDK installieren
  3. Android ADT Plugin for Eclipse installieren
  4. subversion unter eclipse installieren
  5. Funambol Android-client Quellen in Eclipse einbinden
  6. ggf. xml-File an lokale Installation anpassen
  7. Android-Client kompilieren
  8. Android-Client auf Android-Gerät installieren
  9. Android-Client auf Android-Gerät konfigurieren
Die ersten drei Schritte sind hier gut erklärt.

Freitag, 13. November 2009

Trend zur Kontroll-Gesellschaft macht dumme Menschen

Compliance-Programme, Kopfnoten, Bewertung von Alten- und Pflegeheimen, Video-Überwachung - all das führt bei den betroffenen Menschen zu ein und derselben Einstellung und provoziert ein vergleichbares Verhalten: "Wenn ich kontrolliert werde, muss ich mich genauer an die Regeln halten." Genau das ist gewollt und Motivation für die Maßnahmen.

Allerdings hat das System auch eine Kehrseite:
  1. Falls es in einem Einzelfall mal KEINE explizite Regel gibt, kann ich tun und lassen, was ich will.
  2. Falls die Einhaltung der Regeln nicht oder nur unzureichend kontrolliert wird, ist wohl auch ein Regelverstoß akzeptiert und damit subjektiv legalisiert.
Wem das zu abstrakt ist, hier ein paar Beispiele:
  • Viele Menschen fahren regelmäßig und gewohnheitstechnisch 20-30 km/h zu schnell Auto, da eine Strafe hier noch vergleichsweise milde ausfällt. Vor Blitzapparaten wird jedoch penibel abgebremst.
  • In der gymnasialen Oberstufe sind pro Fach und Halbjahr eine bestimmte Anzahl an Fehlstunden zulässig. Bei weniger gewissenhaften Schülern, die zudem eh keine großen Punkterekorde in einem bestimmten Fach zu erwarten haben, führt diese Regelung gerne zu der Denkweise: "Ich habe ja noch 4 Fehlstunden gut. Lass uns heute auch schwänzen."
  • Putzt eine Klofrau gewissenhafter, wenn sie alle halbe Stunde pro Toilettenraum auf einer Liste ihr Unterschriftenkürzel hinterlassen muss? Oder gibt ihr die pünktliche Unterschrift nicht jetzt ein beruhigendes Gefühl, dass zuvor nur eine sorgfältige Arbeit verschaffen konnte?
Ich möchte also die Frage wagen:
Führen Compliance Checks und Kontrollsysteme zu einer verbesserten Moral oder eher zur Unmündigkeit?

Freitag, 16. Oktober 2009

Gute Applikationen für Android

Zu meinen Favoriten gehören:
  • *Nix Sync
  • Abduction!
  • aContacts
  • AndroMote
  • AndroZip
  • aNetshare
  • AnyCut
  • Autolock
  • Barcode Scanner
  • barcoo
  • BeeTag
  • Bubble
  • Fake Caller
  • ConnectBot
  • Draw!
  • DroidCollector
  • FBReader
  • Gmote
  • Jabiru
  • K-9 Mail
  • KeePassDroid
  • IcViewer (ältere Version ohne Adware)
  • Linda File Manager
  • Metal Detector
  • Night Clock
  • Noise Alert
  • OI File Manager
  • OpenLoopz
  • Orienteer
  • Port Scandroid
  • Ringdroid
  • Save MMS
  • Scan2PDF Mobile
  • Shazam
  • Sipdroid
  • Spare Parts
  • StudyDroid
  • Funambol Sync
  • TasKiller
  • Toddler Lock
  • TTS Service
  • VCard IO
  • Vodafone Quickcheck
  • Wheres my Droid
  • WiFi Fixer
  • Wifi Tether for Root Users
  • WifiScanner

Dienstag, 29. September 2009

Getting Things Done (GTD) auf dem Android

Es gibt diverse ToDo-Listen-Tools für das Android Phone (T-Mobile Google G1, Vodafone HTC Magic etc.). Ein Teil davon ist nach der Getting Things Done Methode ausgerichtet:
NameSyncSubprojekte
Shufflegtdify.com, eigener Tracks-Servernein
ActionComplete nein, geplant für AC for Web
OpenLoopz 1.5nein, geplant für V2.0ja
myGTD


Darüber hinaus sei Astrid erwähnt. Dieses ToDo ist jedoch nicht explizit nach GTD ausgerichtet.

Ich habe nichts zu verbergen (Teil II)

Videoüberwachung ließe sich auch gut dazu verwenden, Falschparker zu erkennen. Unter dem richtigen Kamerawinkel lässt sich bestimmt ein (Nicht-)Parkstreifen von 100 Metern oder mehr abdecken. Für eine Bilderkennung ist es ein Leichtes, ein ankommendes und abfahrendes Auto zu registrieren und seine Haltezeit zu messen. Wer länger als drei Minuten hält, wird per SMS an die Mofa-Politesse gemeldet, die nur noch die Standorte anfahren muss, die ihr gemeldet werden. Mit ein paar mehr Kameras oder höherer Auflösung lässt sich in einer Ausbaustufe auch gleich das Nummernschild erkennen.

Dies nun als Affiliate Program zum Herunterladen für die eigene Webcam, wäre der Kracher. Jede Parksituationsänderung erkennt die Clientsoftware und übermittelt die Bilder samt Zeitstempel an den Anschwärzservice im Internet. Dieser wertet die Bilder aus, erkennt die Nummernschilder und erstattet automatisch Anzeige. Von den 20 Euro Verwarngeld gehen 5 Euro an den Anschwärzservice, der wiederum 2,50 Euro an den Melder durchreicht.

Hach, irgendwann werden die Leute doch wach werden und sich gegen diese Art von Überwachung wehren.
Oder haben Sie immer noch nichts zu verbergen?

Mittwoch, 23. September 2009

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